Ich bin nun seit 266 Tagen geboostert und was soll ich sagen? Ich lebe noch!

Ich habe mein Leben lang an Impfungen geglaubt, musste mich nie mit Pocken, Kinderlähmung oder Wundstarrkrampf herumärgern und ich habe es echt satt, dass Q-Groupies mir die Welt erklären wollen. Ich habe Verständnis für alle Menschen, die allergisch auf Impfungen reagieren und deren Allergie darauf von einem Arzt bestätigt wurde.

Was ich allerdings nicht ab kann, ist dieses Geschwurbel von Verschwörungen und bösen Strippenziehern, die Corona erfunden haben, um uns für immer zu Hause einzusperren.

Die Kollegin, die mir immer wieder zu erklären versucht, dass Impfen ja nichts bringt und man sich ja trotzdem anstecken kann, kann mir so langsam aber sicher mal den Buckel runterrutschen. Mir ist klar, dass ich mir nach wie vor Corona einfangen kann. Aber ich werde wahrscheinlich kein Bett auf der Intensivstation blockieren, ein Bett, dass lieber für jemanden mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt frei bleiben sollte. Ich werde eventuell Grippesymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen spüren. Ich werde vielleicht einen Jahresvorrat an Tempo-Taschentüchern verbrauchen. Ich werde aber vor allem eines: LEBEN!

Ich kann kaum nachvollziehen, dass sich Menschen über einen kleinen Pikser aufregen, während andernorts Menschen hungern, Kriege ganze Volksgruppen auszurotten drohen und Donald Trump Präsident werden kann. Diese Phrase der „Unversehrtheit meines Körpers“ und das darauf grundgesetzlich eingeräumte Recht sind sicher ein Fakt und äußerst wichtig. Doch ich denke, dass auch mein Gegenüber dieses Recht hat. Da wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass ich als Geimpfter nicht mehr ganz so lange Überträger bin, muss mir doch vor allem klar werden, dass ich in der verdammten Pflicht stehe, alles zu tun, um die Unversehrtheit der Körper meiner Mitmenschen, ob ich sie denn mag oder nicht, zu schützen.

Mein Appell an euch da Draußen ist und bleibt also: Lasst euch impfen!

Danke