Es gab eine Phase in meinem Leben, in der war es eigentlich immer dunkel. Es fehlte nicht nur der Antrieb, es fehlte fast am Willen selbst, noch einen Tag durchzustehen. Keine Angst! Ich hatte nie die Absicht, aus dem Leben zu scheiden. Es waren einfach nur ein paar sehr schwierige Wochen und vielleicht Monate. Das Leben war erbarmungslos über mich hereingebrochen. Der Job laugte mich aus. Ich hatte „ihn“ noch immer nicht gefunden und was wohl am schwierigsten zu ertragen war, war der Verlust meiner Mutter. Der Tag ihres Todes lag damals zwar schon mehr als 2 Jahre zurück, doch ich hatte mir nie die Zeit zum Trauern genommen, war nach all den Behördengängen und einer Beerdigung im Wald, einfach in den Alltag zurückgekehrt.

Das alles summierte sich und zog so nach und nach die Farbe aus meinem Leben. Wer etwas ähnliches noch nicht erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie sehr Gedanken lähmen können. Du kannst 7 Tage die Woche ins Fitnessstudio rennen und trotzdem ist es für den Kopf ein leichtes, dir alle Kraft zu nehmen. Unvermittelt fällst du in ein Nichts und niemand gibt dir eine Anleitung mit auf den Weg, in der steht, wie man da wieder rauskommt.

Heute weiß ich, wie es mir damals gelang, die Farbe zurück in mein Leben zu holen. Falls es ein nächstes Mal gibt, wird mir das wahrscheinlich nicht helfen.

Damals, im April 2019, gelang es mir mit der Serie „Sadness“. Ich kann heute nicht sagen, was mich dazu veranlasst hat, mich vor die Kamera zu begeben und spontan auszudrücken, wie es mir ging. Ich weiss nur, dass ich die Dunkelheit in die Bilder verbannen konnte. Mit der Arbeit an der Serie, dem Fotografieren selbst und der Nachbearbeitung gelang es mir, irgendwie zurück ins Licht. Wie besessen kümmerte ich mich nur um die Aufnahmen und vergaß, dass mir dazu eigentlich die Kraft fehlte. Die Kreativität in mir hatte der Traurigkeit den Kampf angesagt. Und was soll ich sagen? Sie hat gewonnen!

Ich wünsche also viel „Spaß“ mit der Serie, die ihr hier findet.